I. Organisatorische Veränderungen bei der Teutoburg nach der Fusion mit der Teutonia
Nach der Zusammenlegung standen alle Beteiligten vor der Aufgabe, die bisher getrennten Korporationsgebilde zu einem einheitlichen Ganzen zusammenzufügen. Die bisherigen Aktiven der Teutonia mussten geschlossen die Bezeichnung "Burschenschaft im VDB Teutoburg" und deren Farben annehmen. Lediglich Bbr. Kleinsorge gehörte beiden bisherigen Aktivitates an, da er bereits einige Jahre zuvor sein Studium in Detmold aufgegeben und ein Maschinenbaustudium in Hannover begonnen hatte.
Als schwierig erwies sich die Vereinigung der beiden im Aufbau völlig verschiedenen AH-Verbände. Während die ehemalige Teutoburg über eine gleichmäßig an einem Hochschulort gewachsene Altherrenschaft verfügte, deren berufliche Ziele nur eine geringe Streuung aufwiesen, handelte es sich bei der Teutonia um eine Schar von geworbenen "Mehrbänder-Philistern", die den verschiedensten Berufen angehörten und auf verschiedenen Hochschulorten ihr Studium absolviert hatten. Ein anderer Nachteil ergab sich ungewollt bei beiden Gruppen: Für sie alle war Hannover, abgesehen von den wenigen im Umkreis wohnenden Vorstandsmitgliedern, eine fremde Hochschulstadt. Wie sich hernach auch bald zeigte, war die Bereitschaft, wenigstens die hochoffiziellen Institute der Korporation zu besuchen, wozu in erster Linie das jährlich stattfindende Stiftungsfest gehörte, sehr gering. Dabei muss allerdings zu ihren Gunsten darauf hingewiesen werden, dass die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse kaum finanziellen Spielraum für Reisen ließen.
II. Kampf der Aktivitas um ihre Anerkennung in Hannover
Wenn auch die Stellung der Verbindung, seitdem sie die Bezeichnung "Burschenschaft im VDB" führen durfte, eine Stützung durch den Verband erfahren hatte, so waren damit die Geburtswehen ihres Lebensweges in Hannover noch lange nicht überstanden. Es war nicht leicht, als farbentragende, jedoch nicht-schlagende Burschenschaft durch die anderen Korporationen und die Hochschule anerkannt zu werden. Zwar gelang es der Teutoburg, freundschaftliche Beziehungen zu Gleichgesinnten Verbindungen, nämlich der damals noch zum SB gehörenden Burschenschaft Billung und dem Hannoverschen Wingolf anzuknüpfen; auch erhielt sie vom Rektorat die formelle Bestätigung ihres Anerkennungsgesuches, jedoch teilte ihr der Rektor gleichzeitig mit, dass vom AStA der Hochschule gegen die Zulassung der Teutoburg als farbentragende Korporation Einsprüche erhoben seien, die, solange sie nicht zurückgezogen seien, eine Zulassung der Teutoburg unmöglich machten.
Hierzu muss zur Erläuterung der damals herrschenden hochschulpolitischen Lage erwähnt werden, dass alle Vorstandsposten des AStA von Vertretern des Waffenringes, der damals bestehenden Interessengemeinschaft aller schlagenden Verbindungen (Verbindungen, die eine bedingungslose Satisfaktion bei Streitfällen von Akademikern unter sich forderten) besetzt waren, die, wie sich hernach in der darauf angenommenen gütlichen Verhandlung zeigte, eine Anerkennung der Teutoburg aus Prinzipsgründen verhindern wollten Dies zeigte sich darin, dass sie gegen unsere Anerkennung ausgesprochen willkürliche Begründungen abgaben. Dabei wurden folgende Bedenken gegen die Teutoburg geltend gemacht:
Während der Streit um den Zirkel in den darauf stattgefundenen Verhandlungen zwischen Vertretern unserer Aktivitas – unter Einschaltung eines Vertreters des VAH – mit den Beauftragten der Einspruch einlegenden Korporationen mit dem Hinweis ausgeräumt werden konnte, dass der Zirkel ja niemals in der Öffentlichkeit, sondern nur im persönlichen Schriftverkehr Anwendung finde, und daraufhin dieser Einwand fallen gelassen wurde, war es nicht möglich, bei den übrigen Verhandlungspartnern, ein Einlenken zu erreichen, so dass wir den Rektor unserer Hochschule baten, als Schlichter bei der Streitfrage mitzuwirken. Der Rektor machte uns daraufhin den Vorschlag, dem Corps Alemannia dadurch entgegen zu kommen, dass wir das Couleurband unter Beibehaltung der Farben "grün-rot-silber" umdrehen möchten, so dass die gewohnte Farbfolge und vor allem das vorhandene Couleurband beibehalten und nur die Farbfolge von unten nach oben gelesen wird. Als wir diesem Vorschlag mit Genehmigung des VAH zugestimmt hatten, war das Corps Alemannia bereit, seinen Einspruch zurückzuziehen.
Nachdem wir mit diesem Schritt unsere Kompromissbereitschaft bekundet hatten, waren wir auf keinen Fall gewillt, die Bezeichnung "Burschenschaft" aufzugeben, da wir der Auffassung waren, dass es sich bei dem Einspruch der "Hannoverschen Burschenschaft" um eine eigenwillige und nur hier in Hannover praktizierte Auffassung der DB handelte, zumal an vielen deutschen Hochschulen seit Jahrzehnten nicht-schlagende Burschenschaften ohne Widerspruch accreditiert waren. Wir wandten uns unter Beifügung einer ausführlichen, von Bbr. Kleinsorge ausgearbeiteten Denkschrift an den Vorstand des VDB mit der Bitte, auf dem Verhandlungswege mit dem Vorstand der DB eine Klärung unseres Streitfalles zu erwirken. Unser VDB-Verband hatte sich dazu sofort mit der DB in Verbindung gesetzt und es gelang dann Herrn Dr. Kunz vom VDB, die Leitung der DB zu der Bestätigung zu bewegen, dass die Bezeichnung "Burschenschaft" keine Aussage über die Satisfaktionsfähigkeit mit Waffen beinhalte, sondern jederzeit von akademischen Verbindungen angenommen werden könne, worauf die "Hannoversche Burschenschaft" veranlasst wurde, ihren Einspruch gegen die Bezeichnung der Teutoburg als Burschenschaft zurückzuziehen.
Damit fand ein jahrelanger Kampf der Teutoburg um ihre Anerkennung an der TH Hannover den ersehnten Abschluss. Nachdem der Rektor der TH noch Mitte Dezember 1926 der Zulassung der Burschenschaft im VDB Teutoburg als farbentragende Verbindung zugestimmt hatte, beeilte man sich bei der Aktivitas, alle Vorbereitungen dafür zu treffen, dass Anfang Januar gleich das neue Jahr 1927 mit Couleur eröffnet werden konnte, wozu vor allem der tägliche Stehkonvent im 1. Stock des alten Welfenschlosses gehörte. Als Kopfcouleur diente eine im kleinen Burschenformat gehaltene rote Mütze. Es bedarf keiner Erwähnung, dass auch alle Philister und der VDB-Verband hierüber sofort unterrichtet wurden.
III. Weitere Krisenjahre für die Aktivitas wegen fehlenden Nachwuchses und wirtschaftlicher Belastung der Aktiven
Wenn die Aktiven zunächst die Hoffnung gehegt hatten, dass mit der Festigung der Stellung ihrer Verbindung in der Öffentlichkeit alle Kinderkrankheiten überwunden sein würden, mussten sie bald einsehen, dass ihnen nunmehr nicht minder wichtige Aufgaben bevorstanden, als man daran ging, sich mit dem inneren Ausbau der Korporation zu befassen. Gerade nach dem Anlegen der Couleur war man jetzt den Augen der akademischen Öffentlichkeit ausgesetzt, so dass jedem anderen Korporierten Gelegenheit gegeben war, sich von der spärlichen Anzahl unserer Aktivitas zu überzeugen. Bei der intensiven, bis dahin erforderlich gewesenen Abwehr äußerer Anfeindungen, war kein Raum dafür gegeben, sich viel mit inneren Problemen, zu denen in erster Linie die Fuxen-Werbung gehörte, zu befassen, zumal wir selbst einsehen mussten, dass unsere diesbezüglichen Erfolgschancen bei der damaligen Lage praktisch gleich null waren, wenn nicht zufällig einmal die Werbung auf dem Wege einer persönlichen, freundschaftlichen Beziehung erfolgreich gestaltet werden konnte.
In den Jahren SS 1925 – SS 1928 gab es kaum Neuzugänge und die wenigen neu gewonnen Füxe hatten leider nur wenig zu unserer weiteren Entwicklung beigetragen. Eine Ausnahme bildete Bbr. Trentzsch, der – das muss festgehalten werden – nicht auf Grund irgendwelcher Keilerfolge zu uns gekommen ist, sondern sich nach der Lektüre des Hannoverschen Hochschultaschenbuches, in das wir gleich nach der erfolgten offiziellen Anerkennung Aufnahme gefunden hatten, aus Weltanschauungsgründen bereit erklärt hatte, in unseren Reihen mitzuarbeiten. Dagegen waren mehrere Bbr² Opfer der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse geworden. Die Bbr. Bbr. Ladwig, Vogt und Contag mussten, nachdem sie bereits das Diplom-Vorexamen mit Erfolg bestanden hatten, einige Jahre danach ihr Studium abbrechen. Es bedarf keiner Erwähnung, dass der persönliche Spielraum der Aktiven in finanzieller Hinsicht sehr begrenzt war und dass deshalb gerade in diesen ersten Jahren nach der 1924 beendeten großen Inflation die Korporationsbeiträge knapp, die Beteiligung der Aktiven an Ausgaben für die korporativen Veranstaltungen sehr beschränkt und die Aktivitates hierbei vorwiegend auf Spenden seitens der Altherrenschaft angewiesen waren.
Kein Wunder, dass die Besetzung der Chargia bei der geringen Zahl der hierfür in Frage kommenden Aktiven bei der jeweils am Semesterschluss fälligen Neuwahl für das kommende Semester einiges Kopfzerbrechen erforderte und dadurch praktisch nur eine Umverteilung der zu besetzenden Ämter darstellte. Dem einzigen wertvollen Fux Walter Trentzsch konnte man daher auch nach seinem Eintritt Ende SS 1927 nur eine kurze Fuxenzeit zubilligen. Er wurde noch vor Weihnachten 1927 geburscht, um ihm zu ermöglichen, noch im Januar 1928 den seit mehreren Semestern hindurch als Schriftwart (XXX) tätigen Bbr. Großkopf abzulösen, nachdem dieser sich dafür verbürgt hatte, sich mit allem Nachdruck ab sofort der zur Erhaltung der Korporation lebensnotwendigen Keilarbeit widmen zu wollen. Wie die weitere Entwicklung der Aktivitas gezeigt hat, hat diese Umgruppierung in den folgenden Semestern zu einem unerwarteten Erfolg geführt.
IV. Die Durchführung der Institute
Während die Aktiven sich alle Mühe gaben, den Erfordernissen einer farbentragenden Verbindung in der Öffentlichkeit und dabei vor allem im Bereich der Hochschule gerecht zu werden, hatte es sich Bbr. Hille zur Aufgabe gemacht, die der Geselligkeit dienenden Institute der Korporation auszubauen, dabei verstand er es meisterhaft, aus seinem ständig wechselnden Bekanntenkreis Gäste für unsere Kneipabende zu werben, um mit ihnen den Eindruck der Kneipkorona einer florierenden Studentenverbindung herbeizuzaubern. So verstand er es, einige Anwärter des Kaufmannsberufes (Biebel u. Gebr. Recke) zu überreden, als Füxe in unsere Verbindung einzutreten. Es bedarf keiner Erwähnung, dass diese mit unserer Satzung nicht zu vereinbarenden Zugänge bei den Aktiven auf wenig Verständnis stießen und diese es begrüßten, als die Neulinge nach einer einsemestrigen Gastrolle wieder austraten.
Wertvoll für uns war es jedoch, als er einige Nichtakademiker einführte, die bereits im Berufsleben standen und nicht nur bei ihren Besuchen auf unseren Festlichkeiten und Kommersabenden gern gesehene Gäste waren, sondern mit denen uns bald ein enges freundschaftliches Verhältnis verband. Wir stimmten daher gern Hilles Antrag zu, als Hauptmann, Knölke und Graumann zu Verkehrsgästen ernannt werden sollten. Da unsere junge Verbindung ziemlich arm an Kneipinventar war und unsere Festroben bis dahin nur aus dem von Detmold übernommenen Chargenwichs bestand, bedeutete es für die damalige Aktivitas eine wertvolle Bereicherung, als die neu gewonnenen Gäste und der inzwischen philistrierte Bbr. Beermann unseren Kneipraum durch zahlreiche Schmuckstücke, wie Pokale und Wappen bereicherten und der später zum Ehrenmitglied ernannte VG Hauptmann es übernommen hatte, die gesamte Aktivitas mit Kneipjacken auszurüsten. Ab 1927 zählten die genannten VG VG – neben den ständig vertretenen AH AH Asmus und Theune – zu den regelmäßigen Gästen unserer Institute.
Es muss hervorgehoben werden, dass die Stimmung auf den Kneipabenden trotz der geringen Anzahl der Aktiven dank der außergewöhnlich geist- und pointenreichen Bierreden – verglichen mit den Nachkriegsveranstaltungen – ungewöhnlich gehoben war und die Erinnerung an diese Abende zu den schönsten unserer Studentenzeit gehört.
Da das Studium der Mehrzahl der Aktiven vorwiegend technisch und naturwissenschaftlich ausgerichtet war, legte die damalige Aktivitas großen Wert darauf, diese einseitige Schulung durch wertvolle Vorträge aus anderen Wissensgebieten zu ergänzen. Hierzu konnten fortlaufend Vortragende aus dem allgemein-wissenschaftlichen Bereich des Professorenkollegiums und der jeweils tätige Studentenpfarrer gewonnen werden. Bezüglich der Studentenpfarrer sei kurz erwähnt, dass in den ersten Jahren StPf. Lilie (unser späterer Landesbischof) und danach StPf. Cohrs von der Hannoverschen Landeskirche mit dieser Aufgabe betreut war.
Leider blieb es aber nicht aus, dass sich das Fehlen korporationseigener Räume nachteilig auf die Durchführung der Institute auswirkte, denn wir mussten uns hierzu geeignete Clubräume in Gaststätten sichern und mit den Gastwirten rechtzeitig beiderseitig passende Termine vereinbaren. Die Clubräume mussten dann für unseren Bedarf hergerichtet und ausgeschmückt werden, was bei jedem Gaststättenwechsel zu einer unerwünschten Fehlinvestition führte. Zu einem solchen für uns unerwünschten Wechsel war es aber leider mehrfach durch die Veränderung des Inhabers der Gaststätte, vielleicht aber wohl nur aus dem Grunde gaststättenseitig veranlasst, weil der erhoffte Bierkonsum – was hauptsächlich bei den wissenschaftlichen Abenden zutraf – nicht erreicht wurde. Dieser Wechsel hatte dann noch die unerfreuliche Folge, dass trotz rechtzeitiger Ankündigung des Lokalwechsels in unseren Rundschreiben einige AH AH – hiervon waren hauptsächlich die auswärtigen AH AH betroffen – die Mitteilung übersehen hatten und uns trotz ihres Reiseaufwandes nicht erreichten.
In den Jahren von 1926 – 1930 hatten wir nacheinander unser Domizil in den Clubräumen folgender Gaststätten in Hannover aufgeschlagen: "Roland", Hildesheimer Str./Ecke Sextorstr., "Wassmann", Hildesheimer Str. etwa l00 m entfernt von vorgenannter Gaststätte, "Landbundkeller" im Hotel Königl. Hof, Ernst-August-Platz, "Hindenburg" in der Bödekerstr./Ecke Gretchenstr. sowie "Gabelsberger" in der Gabelsbergerstr. in der List.
Diese Wanderzeit hatte erst ein erfreuliches Ende, als die Aktivenzahl so weit gestiegen war, dass es sich finanziell lohnte, langfristig eine Wohnetage anzumieten. Für die Durchführung der Konvente konnten wir, solange die Aktivenzahl klein war, auf die Studentenbude eines Bundesbruders ausweichen. Sie fanden daher jahrelang im Wohnraum von Bbr. Kleinsorge statt.
Wenn auch Sparsamkeit in diesen Jahren oberstes Gebot war, ließen es sich die Aktiven dank der Unterstützung durch ihre AH AH nicht nehmen, in Erinnerung an die Gründung der Teutoburg jedes Jahr im Juni ihr Stiftungsfest zu feiern. Ferner fanden jährlich im Januar das Winterfest und mehrmals im Semester, bekannt gegeben durch den Veranstaltungskalender, die bei den Aktiven so beliebten Exbummel in die Umgebung von Hannover statt. Während sich das Winterfest nur auf zwei Tage, den am Vorabend stattfindenden Kommers und den am folgenden Tage veranstalteten Gesellschaftsabend, erstreckte, umfasste das Stiftungsfest, einer seit ihres Bestehens ausgeübten Tradition folgend, vier Tage:
"Bierzeitung" der Teutoburg zum 10. Stiftungsfest:


Für die jährlich einmal stattfindenden wichtigen Konvente (der Generalkonvent und der AHV-Konvent) wurden meist die noch freien Zeiten am Samstag Nachmittag oder Sonntag Vormittag vorgesehen. Es bedarf keiner Erwähnung, dass diese Feiern trotz ernsten Sparwillens aller Beteiligten gewisse Anforderungen stellten, doch wurden die Hemmnisse durch monatliche Vorsorge auch bei den Aktiven gemeistert und etwaige Bedenken taten der Festfreude keinen Abbruch.
V. Tätigkeiten und Aufgaben des VAH
Wie schon beim Bericht über die Entwicklung der Aktivitas hervorgehoben, hätte diese nicht die schwierigen Aufbaujahre durchstehen können, wenn sie nicht tatkräftig und vor allem finanziell durch den VAH unterstützt worden wäre. Dabei darf man nicht vergessen, wie schon an anderer Stelle berichtet, dass der VAH nach der Verlegung der Teutoburg von Detmold nach Hannover umfangreiche organisatorische Aufgaben bewältigen musste, als der VAH der AWV Teutonia eingegliedert werden sollte, wobei es sich nicht nur um korporativ bisher getrennte Verbände, sondern auch in Bezug auf Beruf und Lebensalter ihrer Mitglieder sehr unterschiedliche Altherrenschaften handelte.
Während die in Detmold philistrierten VAH-Mitglieder sich im Hinblick auf die fünf Jahre vor der Verschmelzung stattgefundene Neugründung der Korporation durchweg noch in den weniger dotierten Anfangsstellungen ihres Berufes befanden, handelte es sich bei der Mehrzahl der bisherigen Teutonia-Philister um "Mehrbänder"-Verbandsbrüder, die mit wenigen Ausnahmen leitende Stellungen bekleideten, so dass man erwartete, dass diese Gruppe den Schwerpunkt des Beitragsaufkommens bilden würden. Wie aber bald der neue Vorstand des VAH bedauerlicherweise feststellen musste, blieben die Beiträge der letzten Gruppe infolge der teilweise schlechten Zahlungsmoral weit hinter den Schätzungen des Voranschlages zurück, was zu der Vermutung berechtigte, dass die Gründer der AWV Teutonia wohl in guter Absicht bei der Werbung neuer beitrittswilliger Verbands-Philister im Gründereifer mehr den guten Namen als ihre Zahlungswilligkeit bewertet hatten. Es war an anderer Stelle aber auch schon hervorgehoben, dass dies nicht die Regel war, da einige Angehörige, so besonders die Vorstandsmitglieder der AWV Teutonia die Aktivitas nicht nur finanziell, sondern fortlaufend auch mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.
Neben den finanziellen ging es aber auch um die umfangreichen organisatorischen Aufgaben, die nach der Umsiedlung gelöst werden mussten. So musste die bisherige, auf Detmolder Verhältnisse zugeschnittene Satzung des VAH den geänderten Verhältnissen in Hannover angepasst werden. Das gleiche galt auch für die Satzung der Aktivitas, die zu beraten und zu beschließen formell zwar eine Aufgabe der Aktivitas war. Für letztere war es aber eine große Erleichterung, wenn sie bei ihrem Genehmigungsantrag beim Rektor der TH Hannover zunächst einen vom VAH erarbeiteten Entwurf vorlegen konnte. Auch in wichtigen interkorporativen Fragen hat es der VAH verstanden, durch seine enge Zusammenarbeit mit dem VDB die Stellung der Korporation in der Öffentlichkeit auszubauen, um vor allem zu erreichen, dass die Burschenschaft im VDB Teutoburg als farbentragende, nicht-schlagende Verbindung in Hannover von den übrigen studentischen Verbänden, einschließlich des Waffenringes, geachtet und respektiert wurde.
Durch ihre Stellung als ordentliche Verbandskorporation im VDB hatte die Teutoburg erreicht, dass sie damals als einzige Verbandskorporation im Nordwesten Deutschlands mit der Zeit Treffpunkt zahlreicher dort ansässiger Verbandsphilister wurde und ihre wichtigen Institute, vor allem die Kommerse der beiden jährlich stattfindenden Festlichkeiten, zunehmend von Verbandsbrüdern besucht wurden, wodurch zahlreiche freundschaftliche Beziehungen zwischen ihnen und unseren Bundesbrüdern und damit ein interessanter Briefwechsel über Ziele und Aufgaben des VDB und reger Meinungsaustausch über allgemeine weltanschauliche Fragen zustande kamen. Auf diese Weise blieb es nicht aus, dass einer Reihe von Gästen aus dem Kreise der zum Verband des VDB gehörenden oder ihr nahe stehenden Verbindungen mit der Ernennung zum AH h.c. das grün-rot-silberne Band überreicht werden konnte. Von diesen uns damals eng befreundeten Philistern seien nur folgende erwähnt: Prof. Dr. Gries, vor dem 1. Weltkrieg Direktor des deutschen Gymnasiums Windhuk (Deutsch - Südwestafrika), AH sowie AH h.c. mehrerer Philister-Verbände des SB u. VDB, sowie Dr. C. Julius Caesar, Chefarzt der Lungenheilstätte Rathenow, Phil. d. Akadem. Reform-Verbindung Adelphia in Gießen.